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Das Training beginnt…

Das Segelrennen ist in 2 Wochen, jedoch begann das Training unseres Teams schon viele Monate vorher. Fünfmal die Woche fährt das Team an die Nordküste, um ihre Taktiken und Zusammenarbeit zu stärken. Dabei spielt das Wetter keine Rolle. Denn solange der Wind nicht eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit erreicht, wird das Rennen nicht abgesagt. Da ist es egal, ob es gerade wie unter einem Wasserfall schüttet oder schneit. Im Rennen wird sich die Crew dann durch 97 weitere Teams schlagen müssen. Dabei werden die Menschen 60 km zurück legen.

Das Rennen auf Segelyachten gehört zu den härtesten Sportarten der Welt. Das Team besteht aus fünf Männern, die ihre Kräfte vereinen, um auch nur das kleinste bisschen an Extrageschwindigkeit aus der Yacht herauszuholen. Dabei spielt das Lesen von Wind und Wellen eine sehr große Rolle. Und das Team ist nicht das einzige, das dies sehr gut beherrscht. Oft ist es während dem Rennen so, dass ein regelrechter Kampf um die beste Position herrscht. Denn das Schiff, das den meisten Wind abbekommt, ist logischerweise auch das schnellste. Im Kampf um den meisten Wind, sieht man oft ein komisches Gedränge an der Frontlinie. So ist es üblich, dass ein Team sich von der ersten Position absichtlich fallen lässt, um daraufhin dem zweiten Schiff von hinten den Wind zu nehmen. Dies führt dazu, dass eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden kann, als wenn das Schiff an erster Position geblieben wäre.

Scharve KurvenFür das Bedienen einer Yacht auf so hohen Geschwindigkeiten ist eine enorme Muskelkraft nötig. Fünf Menschen müssen dafür sorgen, dass das 700 kg schwere Schiff, bei scharfen Kurven auch nicht kippt. Dafür lehnt sich das Team auf die äußere Seite der Kurve. Auch das Lockern und Straffen der Segel im richtigen Moment ist ein wichtiges Element des Erfolges. All dies ist sehr anstrengend, weshalb das Team auch regelmäßig ihre Körper trainiert. Ein athletisches Trainingsprogramm erwartet unser Team, gleich direkt nach den Probefahrten auf See.

Training in St.Moritz

Heute machte Team Waka Racing einen kleinen Abstecher nach St.Moritz in der Schweiz. Natürlich ist das primäre Ziel nicht die Aussicht dort zu genießen, sondern das Training. Hierfür hat sich die Crew mit einem anderen Team zusammengetan, um ein kleines freundschaftliches Rennen zu veranstalten. Für das Große Rennen in 2 Wochen treten jeweils 2 Teams nach dem Ausscheidungsprinzip gegeneinander an. Die Crew die zu erst im Ziel ankommt gewinnt. Die Strecke ist 2km lang. Es wurden zuvor 2 Bojen ins Wasser gelassen, die zu umrunden sind. Insgesamt mach die Crew 2 Runden.

StreckeBevor jedoch das Rennen beginnt, wird erst einmal ordentlich gegessen. Auf der Speisekarte stehen hauptsächlich fettarme Speisen. Man könnte meinen die ganze Crew ist auf einer Diät, was teilweise auch stimmt. Denn jeder Kilogramm mehr auf der Waage bedeutet auch, dass das Schiff dadurch langsamer wird. Das mag sich zwar beim ersten Gedanken absurd anhören, ist jedoch wahr. Wenn die Crew insgesamt 25 kg mehr wiegt, dann macht das beim großen Rennen auf 2000m doch einen Unterschied aus. Wenn auch nur um Sekunden. Jedoch kommt es genau auf diese an.
Zu den Regeln: https://de.wikipedia.org/wiki/Regattasegeln

Rennen

Das Team muss einen genauen Diätplan einhalten. Dieser besteht in der Früh aus einem kohlehydratreichem Frühstück. Meistens wird ihnen eine Mixtur aus Haferflocken und Joghurt mit Früchten serviert. Ab und zu ist ein Omelette auch dabei. Zum Mittagessen gibt es dann ein Steak mit Kartoffelbraten und Spargel, sowie einen Proteinshake. Am Nachmittag gibt es eine Zwischenmahlzeit, bestehend aus Vollkornbrot mit einem Aufstrich der Wahl. Ein Proteinshake ist hier wieder mit dabei. Am Abendessen wird streng darauf geachtet, nicht allzu viel Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, damit im Nachhinein nicht wieder Gewicht abgenommen werden muss. Alles in allem ein harter Tag für Menschen, die nicht an eine kohlehydratarmen Diät gewohnt sind.

Der Triainingsplan

Wir haben uns dieses mal den Trainingsplan der Sportler etwas genauer angesehen und mit dem Team gesprochen. Wie sieht denn nun so ein Plan genau aus? Laut Alex, dem Teamleiter, befolgen die Regeln, die sonst auch jeder andere Kraftsportler befolgen würde. Es gibt eine Massephase und eine Definitionsphase. Was das genau ist, hat er uns wie folgt erklärt:

Die Massephase ist ein Zeitraum, in dem Kraftsportler versuchen, möglichst viel an Gewicht (hauptsächlich an Muskelmasse) zuzunehmen. Wie ist das möglich? Theoretisch ist es ja ganz simpel: wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt als man verbraucht, nimmt man zu. In der Praxis ist dies jedoch nicht ganz so einfach. Es beginnt schon bei den Körpertypen und den genetischen Veranlagungen eines jeden Menschen. Sportler mit einem schnellen Stoffwechsel haben vielerlei Vorteile im Bereich Fitness, jedoch erhebliche Probleme in der Massephase. Aufgrund eines sehr hohen Energieverbrauchs scheint es für einige Menschen kaum möglich, trotz ausreichender Bemühung Masse aufzubauen. Grundsätzlich sollte man sich sauber ernähren, damit man kaum Körperfett aufbaut, sprich fettiges und ungesundes Essen meiden. Doch selbst bei einem „willkürlichen Fressen“ allerlei Lebensmitteln gelingt es einigen Personen nicht, an Gewicht zuzunehmen. In solchen Fällen ist die Überlegung der Anschaffung von Weightgainern ratsam, welche eine sehr hohe Anzahl an Kalorien haben, was zu einem Masseaufbau verhelfen sollte. Außerdem ist ständiges Essen über der Sättigungsgrenze hinaus Pflicht.
Andere Menschen haben jedoch kein Problem mit dem Masseaufbau. Wenn dies sogar zu schnell gelingen sollte, muss man sehr auf die Ernährung achten, um einer hohen Körperfetterzeugung vorzubeugen. Sprich: Kalorienanzahl über den täglichen Bedarf festsetzen, jedoch nicht übertreiben und auf Fette und kurzkettige Kohlenhydrate verzichten.
Trainingsanfänger können mit guten Veranlagungen bereits in der ersten Massephase um die 10 Kilogramm Muskelmasse aufbauen. Die Höhe des Masseaufbaus verringert sich jedoch von Jahr zu Jahr, doch auch Athleten, die in früheren Zeiten bereits Muskelmasse hatten, können diese leichter zurückerlangen als andere, die sie noch nie hatten. Hierbei spricht man vom Memory-Effekt.
Die Dauer der Massephase kann man pauschal nicht festlegen und ist daher selbst zu bestimmen. Trainingstechniken sind oftmals umstritten, jedoch gilt sicherlich: regelmäßiges, hartes Training mit schweren Gewichten, wenig Wiederholungen und regelmäßigen Steigerungen führen zum Erfolg. Wie man seinen Trainingsplan jedoch zurechtstellt ist wieder eine individuelle Entscheidung, die man nur durch ausprobieren feststellen kann.

Trainingsplan

Auch bei der Definitionsphase liegt es am Körpertyp, ob der Fettabbau einfach fällt oder nicht. Im Normalfall haben hierbei Menschen, die beim Masseaufbau Probleme haben, Vorteile und andersherum. Ziel der Definitionsphase ist vor allem die Reduzierung des Körperfetts, jedoch auch die Bewahrung der Muskelmasse. In seltensten Fällen ist es sogar möglich, während dem Fettabbau auch Muskeln aufzubauen, die Wahrscheinlichkeit eines solchen Phänomens ist jedoch sehr gering. Im Normallfall geht auch ein Teil der Muskelmasse verloren, doch mit einer richtigen Durchführung kann dies auf ein Minimalstes reduziert werden.
Als Gegenstück zur Massephase gilt bei der Definitionsphase die Reduzierung der Kalorienzufuhr, sodass diese unter dem täglichen Bedarf liegt. Doch Vorsicht: wenn die Kalorienanzahl zu drastisch reduziert wird, verringert sich die Soffwechselaktivität, die Kalorienverbrennung würde zurückfahren und es wäre contraproduktiv. Daher sollte der neue Wert maximal 500 Kalorien unter dem Tagesbedarf liegen. Zusätzlich zum weiterhin harten Krafttraining sollten regelmäßige Cardioeinheiten eingebaut werden, welche zusätzlich Kalorien verbrennen. Ein großer Mythos ist das Training mit vielen Wiederholungen in der Definitionsphase. Dies ist jedoch fatal, da so der Muskel nicht voll ausgelastet wird, wie er es bei schweren Gewichten wird, und daher vom Körper abgebaut werden kann. Da der Körper auf Sparflamme läuft, versucht er auch, unnötige Muskeln abzubauen. Dies gilt mit kontinuierlichem schwerem Training zu verhindern. Wie man die Ernährung gestaltet ist auch in diesem Fall vom Körper abhängig. Viele schwören auf Low-Carb-Diäten, andere auf Low-Fat, und bei wieder anderen helfen beide Methoden nichts. Aus diesem Grund gilt auch hier wieder, jede Methode mal auszuprobieren, um zu sehen, was am effektivsten ist. Was jedoch Fakt ist, ist die Wichtigkeit der Proteine. Diese beschützen die Muskeln vor der Verbrennung und sollten daher Hauptbestandteil der täglichen Ernährung sein. Pauschal kann man sagen, dass man 2,5 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht täglich zu sich nehmen sollte, um die Muskeln effektiv zu schützen.

Hilfsmittel?

Auf die Frage hin, ob die Sportler bei der Ernährung irgendwelche Hilfsmittel zu sich nehmen, antworteten diese mit einem eindeutigem Ja. Unter Profisportlan ist es gang und gebe Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Schließlich ist es nahe zu unmöglich die nötigen Nährstoffe rein aus der Nahrung zu sich zu nehmen. „Da sitzt man den ganz Tag nur noch am Essen“. Proteinpulver, Aminosäuren, Vitamine und Appetithemmer gehören fast zu jeder Mahlzeit dazu. Proteinshakes werden bis zu 4 Mal am Tag zu sich genommen. Es wird zwar darauf geschaut, dass Vitamine aus natürlichen Quellen kommen, jedoch ist es ziemlich schwierig bei diesem intensivem Trainingsprogramm auch noch 2 Hände voll Obst am Tag zu sich zu nehmen. Auch Appetithemmer sind während der Definitionsphase sehr wichtig. Sogenannte Diätpillen, wie sie oft allgemein genannt werden, dienen dazu den Appetit zu hemmen. Viele Menschen haben ein negatives Bild von solchen Produkten. „Wenn man sich jedoch genau informiert, braucht man sich nicht all zu viele Sorgen zu machen. Es wurden bereits unzählige Diätpillen Test durchgeführt, dass es schon unwahrscheinlicher ist, auf ein verdächtiges Produkt zu stoßen als auf ein gutes. „Abnehmpillen sind zwar nicht unbedingt notwendig, können jedoch ziemlich helfen.“

Eine klare Trennlinie zieht die Crew jedoch bei illegalen Dopingmethoden. Ein Beispiel: Eine Bluttransfusion, um mehr Blut im Körper zu haben. Das führt dazu, dass mehr Sauerstoff gespeichert werden kann und dadurch eine höhere Leistung erzielt wird. „Das ist absolut unsportlich. Wir gehen dafür einmal alle zwei Monate in die Berge, um dort auf natürliche Art eine höhere Konzentration von roten Blutkörperchen im Blut aufzubauen. „Dagegen ist das einnehmen von Nahrungsergänzungsmittel absolut harmlos“, sagt Alex.

Ein Trainingstag aus der Ich-Perspektive

Nachdem das Team das kohlenhydratreiche Frühstück im Nu verputzt hat, macht es sich gleich auf dem Weg zum Meer, wo sie für die nächsten 5 Stunden verschiedene Manöver üben werden. Wir haben das Team gebeten, einen unserer GoPro Kameras zu verwenden, damit wir sehen wie so Trainingstag denn aus der Ich-Perspektive aussieht. Das Ergebnis ist ziemlich beeindruckend. Hier ist das Video:

Einer der Privilegien eines Profisportlers ist eine außergewöhnliche Pflege. Hotelkosten und Essen werden vom Unternehmen übernommen. Massagen gehören fast täglich zum Trainingsplan dazu.

Auch an diesem Tag setzte sich das Team am Abend nach dem Training zusammen, um ihre Strategien und Schwachstellen zu besprechen.

In 3 Tagen ist das große Rennen. Das Team Waka Racing scheint sich davon überhaupt nicht anmerken zu lassen. Für sie ist das ein Rennen, wie alle anderen. Sie treten an, geben ihr bestes und gewinnen oder verlieren. „Hauptsache man hat Spaß“, meint Alex gut gelaunt. „Ich bin froh dass ich keinen 0815 Job wie jeder andere habe und das machen kann, was ich am liebsten mache.“ Zur Frage, wie Alex zu dieser Sportart gekommen ist meint er: „Meine Eltern hatten da einen sehr großen Einfluss auf mich. Mit 8 Jahren steckten sie mich in eine Segelschule, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Mit 9 Jahren gewann ich mein erstes Turnier mit meinem besten Freund Nick (der übrigens immer noch im Team ist). Nach und nach versammelten sich dann die anderen Mitglieder und wir begannen größere Schiffe zu segeln. Nun sind wir hier.“

Zur Frage, ob sie auch privat Sachen unternehmen meinte er: „Wir fahren auch manchmal weiter auswärts auf See, um zu Angeln oder ein Bierchen zu trinken. Momentan haben wir aber leider nicht so viel Zeit für so etwas.“

2. Platz im großen Renen

Das Rennen in Hamburg war ein großer Erfolg. Insgesamt ein souveräner 5-1 Sieg für das Waka Racing Team.

Alles in allem waren es die optimalen Voraussetzungen für ein Rennen. Ein schönes Wetter, der Wind sehr konstant und aus gleicher Richtung kommend. Voller Selbstvertrauen starteten Sie das erste Rennen gegen ein Team aus Schweden, das sie mit Leichtigkeit schlugen. 18,31 Sekunden Vorsprung in der Zielgerade.

Auch das zweite Rennen gewann das Team mit Leichtigkeit, bei der ersten Wende überholte Waka Racing das gegnerische Team aus Deutschland, das durch eine zu starke Wende etwas an Geschwindigkeit verlor. Danach vergrößerte sich der Abstand immer mehr, bis schließlich unser Team gewann.

Probleme bekam das Team gegen Korea, das durch eine außergewönlich hohe Leistung tadellose Wenden durchführte und gegen das Waka Racing Team gewinnen konnte.

Aufnahmen aus dem Rennen und die persönliche Meinung des Teamleiters findet ihr hier:

Alles in allem ist Alex zufrieden mit der Leistung seines Teams. Das nächste Rennen findet bereits in 3 Wochen statt. Bis dahin werden sie ihre „Fehler korrigieren und eine bessere Strategie aufbauen“.

Sieg